Der Stellenwert des Saunierens in Finnland

Wenn man bei uns vom Schwitzen in der Sauna spricht, meint man damit in der Regel die finnische Sauna. Sogar das Wort „Sauna“ stammt aus dem Finnischen und bezeichnet in dieser Sprache einen Raum aus Holz. Das gezielte Schwitzen wird aber nicht nur in Finnland bereits seit mehreren Jahrhunderten praktiziert, sondern auch in anderen Ländern: Eine der ersten urkundlichen Erwähnungen des Saunierens stammt aus dem 12. Jahrhundert in Nowgorod, Russland. In Finnland allerdings ist die Sauna heutzutage Teil des Alltagslebens, nirgendwo sonst findet man so viele Saunen wie dort.

Das traditionelle Schwitzbad der Finnen

Die klassische finnische Sauna ist eine Holzhütte im Freien mit Zugang zu kaltem Wasser, um sich zwischen oder nach den einzelnen Saunagängen abzukühlen. Die Ausstattung besteht aus mehreren Bänken, die in unterschiedlichen Höhen in der Kabine angebracht sind. Da die warme Luft in der Sauna aufsteigt, ist es auf der höchsten Bank am wärmsten. Je nach Verträglichkeit wird die Sauna auf Temperaturen zwischen 80 und 100 Grad aufgeheizt. Das bedeutet, dass es auf der untersten Bank um etwa zwei Drittel kühler ist als auf der obersten. Die Hitze ist dabei gewöhnlich trocken, die Luftfeuchtigkeit beträgt im Inneren zwischen 10 und 30 Prozent.

Der Aufguss bei der finnischen Sauna

Um den Körper beim Saunieren zum Schwitzen zu bringen, macht man beim Saunieren Aufgüsse. Dazu wird Wasser auf die heißen Steine des Ofens gegossen. Um den Atemwegen etwas Gutes zu tun, werden dem Wasser heute gern ätherische Öle wie Menthol oder Eukalyptus beigesetzt. Bei der klassischen finnischen Sauna dagegen wird auf diese Zusätze verzichtet. Nach jedem Saunagang verlässt man die Sauna und kühlt sich abhängig von der Jahreszeit im Wasser oder im Schnee ab. Kaltes Abduschen erfüllt aber ebenfalls diesen Zweck. Die Dauer der Saunagänge und der Pausen ist in Finnland flexibel, es gibt keine vorgegebenen Zeiten, wie lange man in der Sauna bleiben sollte.

Die Sauna ist Teil der finnischen Alltagskultur

Die traditionelle Form der finnischen Sauna ist die sogenannte Rauchsauna, auf Finnisch auch „Savusauna“ genannt. Dazu wird ein Steinhaufen mit Holzscheiten aufgeheizt. Der entstehende Rauch verbreitet sich dabei nach und nach in der Sauna. Heute ist diese Art des Saunierens kaum mehr zu finden, es überwiegen auch in finnischen Haushalten die elektrisch betriebenen Saunakabinen. Was für einen hohen Wert das Schwitzen bei den Finnen einnimmt, zeigt auch die Verbreitung von Saunen in Finnland: Nicht nur Privatwohnungen sind mit Saunen ausgestattet, sondern auch Schulen, Unternehmen oder sogar Campingplätze. Da verwundert es nicht, dass die Finnen seit den 1980ern im Juni einen eigenen Feiertag für ihre Sauna haben.

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